Zee van Staal: Skulpturenpark in Wijk aan Zee

Skulpturenpark Wijk aan Zee

Eingebettet zwischen dem Stahlwerk auf der einen Seite und den Dünen auf der anderen Seite liegt der Skulpturenpark ‚Zee van Staal‘ in Wijk aan Zee. Es ist fast ein bisschen surrealistisch: Riesige Skulpturen aus Stahl stehen im Sand zwischen dem Strandgras mit den dampfenden Abgasen der Fabrik im Hintergrund. Ob man die Kunstwerke nun mag oder nicht, der frei zugängliche und beeindruckende Skulpturenpark ist auf jeden Fall einen Stopp auf dem Weg zum Strand von Wijk aan Zee wert.

Skulpturen mitten in der Natur

1999 war Wijk aan Zee das Kulturdorf Europas. Zu diesem Anlass wurden elf Bildhauer aus elf europäischen Ländern beauftragt, dieses Gebiet in einen Skulpturenpark mit dem Thema Een zee van staal (‚Ein Meer aus Stahl‘) zu verwandeln. Natürlich mussten die Skulpturen aus Stahl sein- Materialien und Arbeitsräume wurden dafür vom Stahlwerk zur Verfügung gestellt. Im Laufe der Jahre sind drei Skulpturen hinzugekommen, so dass es jetzt vierzehn Skulpturen im Dünenbereich gibt. Das Ergebnis ist eine faszinierende Ausstellung an einem faszinierenden Ort.

Liebliche Dünenflora wechselt sich ab mit meterhohen Stahlskulpturen, im Hintergrund sieht man die rauchende Fabrik und die dunklen Berge von Erz. Die bildende Kunst muss sich mit der imposanten Industrie und der ebenso beeindruckenden Natur messen. Man könnte meinen, dass die Kunstwerke durch diese Kulisse untergehen würden, aber das Gegenteil ist der Fall: Die Kombination verstärkt sich nur gegenseitig.

Tipp: Das Dünengebiet hier trägt den Namen Nordholländisches Dünenreservat und erstreckt sich bis zu den Schoorlser Dünen. Mit einer Fläche von 5300 Hektar Wald, Dünen, Wiese und Strand ist das Nordholländische Dünenreservat eines der größten Naturschutzgebiete in den Niederlanden! Es lohnt sich also auch eine Wanderung im Nordholländischen Dünenreservat mit einzuplanen!

Die Skulpturen in Wijk aan Zee: Alle aus Stahl, alle ganz anders

Obwohl jede Skulptur aus dem gleichen Material gefertigt ist, sind sie alle sehr unterschiedlich. Eines der auffälligsten Kunstwerke ist White Rhythm, das weiße Kunstwerk auf einem Dünengipfel. Handelt es sich um ein Tier, das sich gleich bewegen wird, oder um ruhig flatternde Wäsche? Der englische Künstler Robert S. Erskine nennt es ein „City piece“. Erskine ging nicht von den Gebäuden einer Stadt aus, sondern von der Dynamik und Geschwindigkeit des Stadtlebens. Und zwar ein ganz spezielles Element: Menschen, die in ihren flatternden Regenmänteln einen Zebrastreifen überqueren. Er hat sozusagen den Rhythmus von flatternden Jacken in Stahl ausgedrückt.

Viel einfacher ist die Form des Kunstwerks des Niederländers Nico Betjes. Die Einfachheit ist die Stärke dieser Skulptur. Sie befindet sich auf einer niedrigen Dünenspitze, sodass man unter die Kunstwerk durch schauen kann. Es hat keine erkennbare Form, aber es weckt definitiv Assoziationen: von Dünen zum Beispiel oder von Wellen. Nico Betjes hat seiner Skulptur keinen Titel gegeben, weil er nicht wollte, dass die Leute schauen würden, „ob sie so aussieht“. Das Kunstwerk war das Ergebnis einer Vielzahl von Experimenten. Als er der Organisation des Skulpturenparks in Wijk aan Zee mitteilte, was er braucht, sagte er: „Ich brauche sechs Platten. Zwei zum Vermasseln und vier, um daraus eine Skulptur zu machen.“

Mehr Informationen zu den einzelnen Skulpturen findet man in niederländischer Sprache auf der Webseite von Zee van Staal.

Ein Ort zum Spielen und Erleben

Einer meiner Favoriten ist La Casi di Mare. Es wurde so platziert, dass sich die vertikale Form, das „Haus“, wie eine klare Silhouette vor dem ruhigen Hintergrund von Himmel, Strandgras und Grün abhebt. Der horizontale Teil, das Meer, fügt sich schön in die Landschaft ein. Aber es ist nicht unbedingt wegen der Form, dass mir dieses Kunstwerk so gut gefällt, nein, eher weil es Kinder dazu einlädt, hier zu spielen. „Kommt, wir gehen zur Rutsche“, hörte ich zwei Jungen sagen. Rutsche? Sie meinten damit das Kunstwerk. Und genau das ist es, was Zee van Staal tut: Es lädt die Menschen zum Spielen ein. Der Park ist keine typische Ausstellung, sondern viel mehr ein Ort zum Erleben.

Ein Besuch am Skulpturenpark in Wijk aan Zee

Möchtest du den Skulpturenpark in Wijk aan Zee selber erleben? Der Park ist dauerhaft offen und frei zugänglich. Es gibt eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen direkt am Skulpturenpark. An belebten Tagen empfiehlt es sich, zu parken auf oder in der Nähe der Wiese von Wijk aan Zee: Der Skulpturengarten ist in ca. 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. Jeden ersten Sonntag im Monat wird eine kostenlose, niederländischsprachige Führung organisiert, bei der ein Künstler über die Skulpturen erzählt. Im Juli und August finden diese Touren jede Woche statt. Die Tour beginnt um 14 Uhr am Eingang des Parks.

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